Sediment und Strukturatelier Köln · Werkprozess
Wie Material, Natur und Reaktion ein Werk formen
Pigmente, Medien, organische Naturmaterialien, Natursteine, Mineralien und Metalle werden getestet, kombiniert und Schicht für Schicht zu einem eigenständigen Bildkörper verbunden.
Aktuell aus dem Atelier · YouTube
Der neueste Einblick in Material, Werk und Prozess
Auf YouTube dokumentiere ich neue Arbeiten, Materialversuche, Oberflächen, Natursteine und einzelne Entwicklungsschritte direkt aus dem Atelier. Über den direkten Shorts-Link gelangt man immer zur aktuellsten Veröffentlichung auf meinem Kanal.
Die weiter unten gezeigten zwei Prozessfilme bleiben bewusst als feste Beispiele erhalten. Sie zeigen zwei konkrete Prozesssituationen unabhängig davon, welche neuen Shorts später auf dem Kanal erscheinen.
Acht Kapitel · von Naturmaterial und Naturstein bis zur Raumwirkung
Organische und mineralische Materialwelten, Prozessschritte und die Wirkung im fertigen Werk
Die Seite verbindet Werkprozess und Raumwirkung bewusst miteinander. Denn ein Original endet nicht mit dem letzten Farbauftrag: Oberfläche, Rahmen, Licht und Umgebung wirken gemeinsam weiter.
Material als Mitgestalter
Materialwelten zwischen organischer Spur und mineralischem Körper
Die Arbeiten entstehen aus einem Dialog unterschiedlicher Materialgruppen. Neben Pigmenten, Bindemitteln und Metallen spielen organische Naturmaterialien und mineralische Stoffe eine zentrale Rolle. Entscheidend ist nicht nur das Material selbst, sondern wie es aufeinander reagiert, Schichten bildet und Spuren hinterlässt.
Sande, Erden, Aschen, Holzkohlen, weitere Fundstoffe sowie Natursteine, Mineralien und Kristalle bringen jeweils andere Qualitäten in ein Werk: Körnung, Bruch, Verdichtung, Reflexion, Transparenz oder Sedimentwirkung.
Organische Materialspur
Naturmaterialien & Fundstoffe
Sande, Erden, Aschen, Holzkohlen und weitere natürliche Fundstoffe bringen Körnung, Unregelmäßigkeit, Sedimentwirkung und eine physische Nähe zur Natur in den Werkprozess.
Mineralischer Körper
Naturstein, Mineral & Kristall
Quarz, Bergkristall, Fuchsit, Marienglas, Granat, Marmormehl und Granulate bringen Bruchkanten, Einschlüsse, Transparenz und geologische Tiefe in den Bildkörper.
Farbe & Reaktion
Pigment, Metall und Bindung
Pigmente, Metalle, Bindemittel und Medien steuern Lasur, Oxidation, Glanz, Tiefe und das Verhältnis von Offenheit und Verdichtung innerhalb der Oberfläche.
Lichtaktive Ebene
Relief, Schatten und Strahlung
Struktur und Material entscheiden darüber, wie das Werk auf Tageslicht, Streiflicht, Schatten und – bei einzelnen Arbeiten – UV- oder Nachleuchteffekte reagiert.
Organische Spuren · Naturmaterialien
Nicht nur Natursteine – auch Sande, Erden, Aschen und Fundstoffe prägen die Oberfläche
Viele Werke entstehen aus einer Balance von organischem und mineralischem Material. Naturmaterialien bringen keine perfekte Gleichmäßigkeit mit, sondern Reibung, Körnung, Sedimentcharakter und lebendige Brüche. Gerade dadurch können Oberflächen dichter, stiller oder unvorhersehbarer werden.
Mich interessiert dabei, wie natürliche Stoffe sich mit Pigment, Bindemittel, Metall und Relief verbinden: ob sie sichtbar bleiben, sich als Spur ablagern, im Hintergrund wirken oder im Detail nur bei nahem Hinsehen erfahrbar werden.
Naturstein · Mineral · Kristall
Natursteine und Mineralien als eine Materialgruppe innerhalb des Gesamtprozesses
Natursteine und Mineralien gehören inzwischen sichtbar zum Atelieralltag, sie stehen jedoch nicht allein. Sie ergänzen die organischen Naturmaterialien um Bruch, Härte, Transparenz, Reflexion und geologische Dichte.
Je nach Werk kommen Quarz, Bergkristall, Fuchsit, Marienglas, Granat, Marmormehl oder Granulate zum Einsatz. Manche Stücke bleiben im Materialarchiv, andere werden als Splitter, Körnung, Pulver oder sichtbarer Einschluss Teil einer Oberfläche.
Auswahl & Dokumentation
Materialprüfung vor dem Werk
Nicht jeder Rohstoff wird automatisch Teil eines Originals. Ein Mineral kann wegen seiner Farbe interessant sein und sich später als zu dominant, zu hart oder ungeeignet für den geplanten Bildkörper erweisen. Andere Stücke werden erst durch eine Bruchkante, durch Pulverisierung oder durch ihre Reaktion mit einer vorhandenen Schicht interessant.
Der Prozess beginnt deshalb häufig mit Sortieren, Beobachten und Testen. Erst danach entscheidet sich, ob ein Material sichtbar eingebettet, nur in kleinen Anteilen verwendet oder für ein späteres Werk im Materialarchiv bleibt.
Vom Bildträger zum Original
Der Prozess verläuft in Schichten, nicht nach einem festen Rezept
Ausgangspunkt können eine Materialidee, eine Farbstimmung, ein Fundstück oder eine Reaktion sein. Danach entwickelt sich das Werk durch Aufbau, Beobachtung und wiederholte Entscheidungen. Manche Schichten bleiben sichtbar, andere werden überlagert oder später erneut freigelegt.
Wärme, Trocknung und Materialspannung hinterlassen Spuren, die nicht vollständig planbar sind. Der entscheidende Teil der Arbeit besteht darin, diese Veränderungen zu erkennen und in eine stimmige Gesamtform zu überführen.
Farbe in Bewegung
Pigmentbewegung
Was im Prozess fließt, bleibt später als Farbspur, Ablagerung oder Verdichtung im Werk erhalten.
Vom Rohmaterial zum Kunstwerk
Auswahl, Vorbereitung, Mischung, Aufbau und Verfeinerung
Der sichtbare Auftrag auf dem Bildträger ist nur ein Teil des Prozesses. Davor stehen Materialsuche, Sortierung, Vorbereitung und Test. Danach folgen Schichtung, Reaktion, Ruhephasen, Reduktion, Verfeinerung und Dokumentation.
Natursteine und Mineralien können dabei ihre ursprüngliche Form behalten, als Bruchstück eingebettet, zu Körnung zerkleinert oder als Pulver mit Bindemitteln und Pigmenten verbunden werden.
- 01Grundlage
Format, Bildträger, Rahmentiefe und erste Materialidee bestimmen den möglichen Körper des Werkes.
- 02Aufbau
Farbe, Pigment, Struktur und Naturmaterialien werden geschichtet, bewegt, verdichtet oder überlagert.
- 03Reaktion & Wärme
Fluss, Trocknung, Wärme und Materialspannung erzeugen Spuren, die beobachtet, bewertet und gezielt weitergeführt werden.
- 04Klärung
Das Werk wird reduziert, präzisiert, versiegelt, gerahmt und dokumentiert, bis Oberfläche und Bildkörper stimmig sind.
Wärme · Reaktion · Entscheidung
Wärme als Eingriff in den Materialprozess
Wärme ist kein Effekt um seiner selbst willen. Sie kann Bindung, Oberfläche und Spannung verändern und dadurch vorhandene Strukturen öffnen, verdichten oder neu sichtbar machen.
Entscheidend ist der Zeitpunkt: Erst wenn Material, Feuchtigkeit und Schichtung aufeinander reagieren, zeigt sich, ob Wärme den nächsten sinnvollen Schritt unterstützt. Die entstehenden Veränderungen werden beobachtet und anschließend in die weitere Komposition einbezogen.
Relief · Finish · Dokumentation
Die Oberfläche wird selbst zum Bild
Sedimentartige Schichten, erodierte Farbräume und reliefartige Kanten erzeugen eine Oberfläche, die sich mit Abstand, Blickwinkel und Licht verändert.
Körperliche Präsenz
Erhöhte Zonen, Vertiefungen und Kanten bilden Mikroschatten. Das Werk bleibt dadurch auch ohne starke Farbe räumlich erfahrbar.
Lichtführung und Haptik
Matt-, Satin- und ausgewählte Glanzbereiche beeinflussen, wie Pigmenttiefe, Metallreflexe und ruhige Zonen wahrgenommen werden.
Dokumentierte Herkunft
Werknummer, Materialangaben, Signatur, Echtheitszertifikat und Werkdokumentation machen Entstehung und Zuordnung nachvollziehbar.
Bildkörper und Architektur
Der Rahmen ist der Übergang zwischen Werk und Raum
Die Rahmung wird nicht als nachträgliches Zubehör verstanden. Schattenfuge, Holzton, Profilbreite und Kante beeinflussen Tiefe, Kontrast und die Verbindung zur Wand. Deshalb werden Rahmenvarianten möglichst direkt am Original geprüft.
Naturholz kann mineralische und organische Töne aufnehmen. Schwarz setzt eine klare Kontur. Gold- oder Metallkanten reagieren auf einzelne Reflexe im Werk. Farbige oder neonfarbene Profile können bei ausgewählten Arbeiten eine bewusst zeitgenössische Spannung erzeugen.
Licht als Mitgestalter
UV- und Nachtwirkung erweitern das Werk – sie ersetzen es nicht
Seitliches Licht zeigt Relief und Mikroschatten. Warmes Kunstlicht betont Gold-, Kupfer- und Erdtöne. Gedämpftes Licht lässt dunkle Schichten konzentrierter erscheinen. So kann dasselbe Original im Tagesverlauf unterschiedliche Seiten zeigen.
Nicht jedes Werk besitzt Leuchtpigmente. Wo sie eingesetzt werden, sind sie Teil des Materialkonzepts. Das Original muss zunächst bei normalem Tages- und Raumlicht bestehen. Erst danach öffnet sich unter UV-Licht oder in der Dunkelheit eine zweite, stillere Ebene.
Werk · Licht · Raum · Mensch
Ein Werk endet nicht an seiner Kante
Licht, Wandfarbe, Architektur und Betrachtungsabstand verändern, wie Relief, Farbe und Materialtiefe wahrgenommen werden. Der Raum ist deshalb keine neutrale Kulisse, sondern Teil der späteren Erfahrung des Originals.
Helle Wände schaffen Abstand und Klarheit. Warme Naturtöne nehmen Erd-, Gold- und Holztöne auf. Dunkle Wände verstärken Lichtpunkte und Metallspuren. Entscheidend ist jedoch nicht die perfekte farbliche Übereinstimmung, sondern eine glaubwürdige Beziehung zwischen Werk, Raum und persönlicher Wahrnehmung.
Material und Präsenz
Relief, Pigment und Kante bestimmen, wie deutlich ein Original in den Raum tritt.
Wandel im Tagesverlauf
Natürliches und künstliches Licht zeigen unterschiedliche Tiefen, Reflexe und Schatten.
Maßstab und Umgebung
Wandfläche, Möbel, Architektur und Betrachtungsabstand beeinflussen die Gesamtwirkung.
Persönliche Wahrnehmung
Erinnerungen, Stimmung und Alltag verändern, was in einem Werk mit der Zeit entdeckt wird.
Häufige Fragen
Material, Prozess, Licht und Raumwirkung
Wie entsteht abstrakte Materialkunst bei Markus Willems?
Die Werke entstehen aus Schichtung, Pigmentreaktion, Strukturmasse, Lasur, Trocknung, Wärme, Relief, Finish und handwerklicher Entscheidung. Die Oberfläche wird dadurch selbst zum Bildkörper.
Ist der Werkprozess vollständig kontrolliert?
Nein. Kontrolle und Materialeigenbewegung arbeiten zusammen. Reaktionen, Trocknung und Fluss werden beobachtet, gelenkt und künstlerisch weitergeführt.
Welche Rolle spielen organische Naturmaterialien?
Organische Naturmaterialien bringen eigene Körnung, Reaktion und Spur in den Werkprozess. Je nach Werk können Sande, Erden, Aschen, Holzkohle oder weitere Fundstoffe genutzt werden, um Oberfläche, Sedimentwirkung und Tiefe zu verändern.
Welche Materialien werden verwendet?
Je nach Werk kommen Acrylfarben, Pigmente, Strukturmassen, Metalle, organische Naturmaterialien sowie Natursteine und Mineralien zum Einsatz. Dazu können unter anderem Quarz, Bergkristall, Fuchsit, Marienglas, Granat, Marmormehl, Gesteinsmehle und Granulate gehören. Nicht jedes Material wird in jedem Werk verwendet; die konkrete Zusammensetzung wird werkbezogen dokumentiert.
Wie werden Natursteine für den Werkprozess vorbereitet?
Natursteine und Mineralien werden zunächst betrachtet, sortiert und dokumentiert. Je nach Werk können sie anschließend zerkleinert, geschliffen, gemahlen oder als ausgewählte Bruchstücke in Schichtungen eingebettet werden. Nicht jeder Versuch gelangt in ein fertiges Original.
Welche Rolle spielt Licht?
Licht zeigt Relief, Pigmenttiefe und Metallakzente unterschiedlich. In ausgewählten Arbeiten erweitern UV-aktive oder nachtleuchtende Pigmente die Wahrnehmung, ohne die Tageswirkung zu ersetzen.
Warum ist die Rahmung Teil des Werkes?
Rahmen, Schattenfuge, Kante und Holzton bilden den Übergang zwischen Bildkörper und Architektur. Die Rahmung wird deshalb direkt am Original geprüft und als Teil der Werkentscheidung verstanden.
Kann ein Werk für einen bestimmten Raum entstehen?
Ja. Format, Wandfarbe, Lichtverhältnisse und gewünschte Präsenz können in die Entwicklung einfließen. Das Ergebnis bleibt dennoch ein eigenständiger und offener künstlerischer Prozess.
Wie lange dauert die Entstehung eines Werkes?
Das hängt vom Materialaufbau ab. Zwischen den Schichten liegen Trocknungs- und Reaktionszeiten, die sich nicht abkürzen lassen. Kleinere Arbeiten können in wenigen Tagen abgeschlossen sein; vielschichtige größere Formate können den Atelieralltag über Wochen begleiten.
Wie pflege ich ein Materialwerk mit Relief?
Ein trockenes Mikrofasertuch genügt. Keine Lösungsmittel, keine Nässe und keine dauerhafte direkte Sonneneinstrahlung. Zu jedem Original gehören schriftliche Pflegehinweise, die auf die Materialien des jeweiligen Werkes abgestimmt sind.
Vom Raumgefühl zum passenden Original
Ein Werk persönlich erleben
Sie interessieren sich für ein Original oder möchten seine Wirkung in Ihrem Raum einschätzen? Eine Werkansicht im Atelier sowie eine unverbindliche Einschätzung anhand eines Wandfotos sind nach Absprache möglich.
Für eine erste Einordnung von Format, Werkcharakter und Präsenz genügen wenige Angaben.

