Materialien & Werkprozess | Markus Willems (MW) – abstrakte Kunst, Schichtung, Oberfläche

Materialien & Werkprozesse

Bildträger, Schichtung und künstlerischer Aufbau

Meine Arbeiten entstehen in einem offenen, experimentellen Prozess aus Farbe, Struktur und Material. Dabei spielt nicht nur das fertige Bild eine Rolle, sondern auch der Weg dorthin: das Schichten, Verdichten, Freilegen und Weiterentwickeln von Oberflächen.

Je nach Werkidee kommen unterschiedliche Bildträger, Materialien und Techniken zum Einsatz. So entstehen Arbeiten mit eigener Haptik, räumlicher Tiefe und individueller Präsenz.

Grundlage

Bildträger

Der Bildträger ist nicht nur Untergrund, sondern eine erste künstlerische Entscheidung. Leinwand, kaschierte Träger, Holz oder kompaktere Formate beeinflussen Spannung, Materialverhalten, Stabilität und die spätere räumliche Wirkung eines Werkes.

Je nach Idee entsteht so eine andere Ausgangslage: offener, dichter, direkter oder objekthafter. Schon hier entscheidet sich, wie Oberfläche, Schichtung und Präsenz später sichtbar werden.

Signatur & Einordnung

Beschriftung

Zur Arbeit gehört nicht nur die sichtbare Oberfläche, sondern auch ihre eindeutige Einordnung. Titel, Signatur, Jahr, Werkdaten und ergänzende Unterlagen schaffen Nachvollziehbarkeit und geben jedem Werk seinen dokumentierten Rahmen.

Rückseitige Beschriftungen, Zertifikate und Werkunterlagen erweitern das Werk um Kontext, ohne seine Offenheit einzuschränken. So bleibt die Bildwirkung frei, während Herkunft, Zuordnung und künstlerische Einbettung klar lesbar werden.

Farbe · Material · Tiefe

Farbe & Schichtung

Farbe erscheint in meinen Arbeiten nicht nur als Fläche, sondern als Material mit Gewicht, Tiefe, Transparenz und Bewegung. Acryl, Lasuren, Pigmente und Überlagerungen bilden Schichten, die sich gegenseitig verdecken, öffnen oder wieder freigeben.

Manche Zonen verdichten sich, andere bleiben bewusst offen. So entsteht keine glatte, abgeschlossene Oberfläche, sondern ein Werkzustand, der Entwicklung, Reaktion und künstlerische Entscheidung sichtbar macht.

Haptik & Lichtwirkung

Struktur & Oberfläche

Relief, Brüche, Verdichtungen und offene Übergänge prägen viele Arbeiten. Struktur entsteht durch den Einsatz von Pasten, Pigmenten, mineralischen Zusätzen, organischen Materialien und mehrfachem Schichtaufbau.

Dadurch reagieren die Oberflächen auf Licht, Schatten und Blickwinkel. Das Werk bleibt nicht rein frontal, sondern entwickelt eine körperliche Präsenz und eine räumliche Spannung, die sich mit Distanz und Beleuchtung verändert.

Entwicklung in Phasen

Werkprozess

Viele Werke entstehen in mehreren Phasen: erste Anlage, Verdichtung, Unterbrechung, erneute Öffnung, Überarbeitung und abschließende Klärung. Nicht jeder Schritt ist von Anfang an festgelegt; der Prozess bleibt offen für Materialreaktionen und neue Entscheidungen.

Gerade in diesem Wechsel aus Kontrolle und Zulassen entwickelt sich die Bildsprache. Oberfläche wird nicht nur gestaltet, sondern im Prozess gefunden, verschoben und präzisiert.

Abschluss & Wirkung im Raum

Rahmen & Präsentation

Die Präsentation eines Werkes beeinflusst seine Wirkung wesentlich mit. Rahmen, Kanten, Hängung und Abstand zum Raum entscheiden darüber, ob eine Arbeit ruhig, konzentriert, körperlich oder offen erscheint.

Ein Teil der Rahmen entsteht in eigener Bearbeitung. Rohes Holz wird nicht nur funktional eingesetzt, sondern bewusst gestalterisch weiterentwickelt: durch Bürsten, Flammen, natürliche Beizen, Öle, Wachse und den gezielten Aufbau einer eigenen Oberfläche.

Je nach Werk verwende ich Naturbeizen auf Basis von Tee, Kaffee oder anderen Beizmitteln, um warme, organische Farbtöne und eine gewachsene Patina zu erzeugen. Anschließend werden viele Rahmen mit Öl oder Wachs behandelt und zum Schluss versiegelt, sodass die Struktur des Holzes sichtbar bleibt und gleichzeitig geschützt wird.

Dadurch sind diese Rahmen nicht nur Präsentationsform, sondern Teil der künstlerischen Aussage. In manchen Arbeiten werden sie zu eigenständigen Werkbestandteilen – mit eigener Materialität, eigener Handschrift und einer Wirkung, die das Bild nicht nur fasst, sondern erweitert.